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Das Leben bringt es mit sich, dass jeder Mensch immer einmal wieder vor einem Scherbenhaufen steht. Er muss sich von jemandem lösen, weil ein geliebter Mensch verstirbt oder weil er sich trennen muss. Oder es zerbricht ein Traum, den er lange geträumt und dafür gearbeitet hat, in den er seine Energie investiert hat. Aber dieser Traum soll nicht in Erfüllung gehen. Irgendwann zerplatzt er wie eine Seifenblase.
Anzeichen von Stress zeigen sich. Er fühlt plötzlich nicht nur, wie er antriebslos wird, sondern das Herz jagt, er ist niedergeschlagen, kann sich schlecht konzentrieren, schläft schlecht oder nur sehr wenig, isst unregelmäßig oder nur sehr wenig oder ganz im Gegenteil mehr, schlecht, fett, viele Süßigkeiten. Süchte, wie Rauchen und Alkohol oder andere Drogen werden seine Begleiter.
 Alles wird immer unbedeutender, weil der Inhalt, der Mensch, der ihn beseelt hat, leer geworden und aus seinem Leben verschwunden ist. Die Gedanken kreisen um die Vergangenheit, um das, was jetzt wäre, wenn er noch da wäre oder was er erhofft, geträumt hat in der Zukunft.
Reden darüber hilft nur zeitweilig. Die Hoffnungslosigkeit ergreift ihn. Schlüsselwörter, Gegenstände, Musik, geteilte Inhalte, Tätigkeiten erinnern schmerzhaft an eine schönere Zeit, die vielleicht einmal war.
Freunde sind da, aber sie können sich oft nur wenig empathisch in die Situation einfühlen. Oder sie sind nicht da oder haben keine Zeit. Der Betroffene fühlt sich verlassen, vergessen. Er versinkt in ein Loch, aus dem er keinen Ausweg sieht. Oft möchte er nicht einmal den Kontakt nach außen, sondern vermeidet diesen. Er zieht sich zurück und verfällt in eine Depression.
Selbst, wenn sich der Betroffene in die Arbeit stürzt, ist der Schmerz präsent. Er neigt vielleicht dazu, sich mit Arbeit zuzudecken, die ihn aber wiederum stresst, die er oft nur mangelhaft erledigen kann, obwohl er darin vielleicht aufgehen mag. Zwischenmenschliche Beziehungen zwischen Kollegen oder zum Chef und in der Familie leiden. Ungeduld, schwankende Gefühle machen die Kommunikation schwierig oder bringen solche Beziehungen in Schieflage.  Neue Probleme, Druck entsteht. Die Stress-Spirale beginnt. Ein Ausweg rückt in weite Ferne.
Der Betroffene versinkt in seinen subjektiven, belastenden Gefühlen und ist nicht mehr fähig, seine Situation objektiv zu betrachten und damit die vielen Möglichkeiten der Stress-Bewältigung zu sehen oder zu nutzen.
 
Was kann hier helfen, was ist die Lösung?
Hier gibt es sicherlich kurzfristige, regenerative Methoden wie Autogenes Training oder Progressive Muskelrelaxation, die dem Betroffenen Entlastung bringen, damit die Anzeichen von Schlafstörungen oder Depressionen verbessern kann. Belasten auch körperliche Beschwerden, wie Rücken-oder Nackenschmerzen ist Sport eine mögliche Alternative. Der Yoga bietet sowohl als auch, jedoch sollte man sich den Yoga-Lehrer genau ansehen. Jeder Yoga-Lehrer, der rechtschaffen arbeitet, hat nichts dagegen, wenn man bei ihm eine Probestunde besucht.
In der akuten Phase des Stress ist es wichtig, sich Menschen zu suchen, mit denen man über dieses Problem sprechen kann, es von unterschiedlichen Seiten beleuchtet, auch aktiv trauert um den Menschen oder die Idee, von der man sich verabschieden musste. 
Hilfreich ist auch, für sich selbst zu erkennen, was man aus dieser Krise lernen kann, wie man die plötzliche Leere wieder sinnvoll füllt und welche Aufgaben denn hinter dem Verlust stecken könnten. 
 
Es gibt nun Menschen, die eine größere psychische Widerstandskraft haben (Resilienz). Sie sehen das Leben grundsätzlich als einen Prozess der Veränderung und streben nicht vorrangig nach Glück und Sicherheit, sondern empfinden die kleinen Dinge als wertvoll und glücklich-machend. Sie sind „Macher“ und nicht „Opfer“, denn sie gehen Ziele und neue Aufgaben entschlossen an. Oft sind das auch Menschen, die an etwas Höheres glauben, die ihren Sinn in der Spiritualität bereits gefunden haben und daher nicht abhängig sind von Sinnerfüllung in Beziehungen oder einer Idee.
Diese Lebenseinstellung eines „Stehaufmännchens“ kann man erlernen, wenn man insgesamt gegen Stress-Situationen besser gewappnet sein möchte. Dazu ist wichtig, Achtsamkeit zu üben, seine Bedürfnisse zu kennen, sich selbst dafür verantwortlich zu fühlen und auch die Sichtweise auf sich und sein Leben zu objektivieren.

Brigitte Gareis - Hüserstr.46 - 42555 Velbert-Langenberg - 0178-9756975